Beim Trendsport Pilates handelt es sich um eine sanfte Gymnastikart zur Kräftigung der Tiefenmuskulatur. Regelmäßiges Training stabilisiert die Wirbelsäule, verbessert Haltung und erhöht die Mobilität und kann sowohl zur Linderung akuter Rückenschmerzen als auch zur Vorbeugung hilfreich sein.

 

Was passiert beim Pilatestraining mit der Muskulatur?

 

Die Grundlage jeder Pilates-Übung ist die Stabilisierung der Körpermitte. Joseph Pilates bezeichnete dies als Aktivierung des „Powerhouse“ (auf Deutsch „Kraftzentrum“). Diese Tiefenmuskeln sind sogar bei sportlichen Menschen oft wenig trainiert. Für eine stabile Körperhaltung – die sehr wichtig für einen gesunden Rücken ist – sind sie jedoch von zentraler Bedeutung. Bei allen Pilates-Übungen soll das „Kraftzentrum“ daher gezielt gefördert werden. 

Die Kombination aus kontrollierten, geführten Bewegungsabläufen und einer bewussten Atemtechnik hilft, die Muskelgruppen zu mobilisieren und zu stärken, die eher tief liegen. Das sorgt bei überschaubarem Kraftaufwand für eine schnelle Definition der trainierten Muskelgruppen. Auch im Rehabilitationsbereich ist Pilates eine beliebte Trainingsmethode. 

 

Doch wie trainiert Pilates die Tiefenmuskulatur? 

 

Im Grunde besteht das Training aus vier Elementen: Kraftübungen, Balanceübungen, Stretching und bewusster Atmung. Durch die Kombination dieser vier wird es dem Trainierenden ermöglicht, die tief liegende, meist eher schwächere Muskelgruppen zu mobilisieren. Durch die Stärkung dieser Muskelgruppen wird der gesamte Bewegungsapparat gestärkt, was bereits nach kurzer Zeit zu einer besseren Haltung und sichtbarer Muskeldefinition führt. Gerade für eine gesunde Körperhaltung sind die angesprochenen, tief liegenden Muskelgruppen essentiell. So dient Pilates nicht nur dem Training für eine optisch schöne Figur, sondern erfüllt auch einen gesundheitlichen Zweck. 

Die Pilatesübungen stärken genau diese schwachen Muskelgruppen und schaffen somit eine verbesserte Koordination, Kondition und Körperhaltung. Eine kräftige Tiefenmuskulatur sorgt dafür, dass der Rumpf aufrechter wird, die Schultern gerade gehalten werden und die ganze Erscheinung des Trainierenden kräftiger erscheint. 

Pilatesübungen werden nie schnell oder ruckartig durchgeführt, die Bewegungen sind grundsätzlich langsam und fließend, wobei auch die richtige Atmung eine ausgesprochen wichtige Rolle spielt. Gelenke und Muskeln werden geschont, so dass Pilatesübungen auch für ältere Menschen oder Übergewichtige geeignet sind und zu den gelenkschonenden Sportarten gehört. 

 

Wie schnell wirkt das Pilatestraining?

 

Joseph H. Pilates selbst bemerkte, dass das Training bereits nach zehn Trainingsstunden zu spüren sei und man nach zwanzig Stunden eine Veränderung des Körpers sehen könne. Nach dreißig Trainingsstunden habe der Anwender das Gefühl, einen neuen Körper zu haben, so Joseph H. Pilates. 

Ganz individuell kann ein gutes Körpergefühl schon nach den ersten Trainingseinheiten gespürt werden, auch wenn die muskuläre Wirkung einige Wochen dauert und ein langfristiger Prozess ist.

  

Und wenn ich schon Sport mache?

 

Pilates eignet sich hervorragend für Personen, die auch andere Sportarten, wie zum Beispiel Leistungssport, Ausdauersport oder Mannschaftssportarten betreiben. Die gefestigten Muskeln der Tiefenmuskulatur kommen bei anderen Sportarten zu Gute. Eine starke Tiefenmuskulatur macht in den anderen Sportarten leistungsfähiger und schützt vor Verletzungen. Nicht zuletzt bietet Pilates einen optimalen Ausgleich zu anderen körperlichen Belastungen. 

Beim Pilates-Training werden zentrale Muskeln angespannt, andere Muskeln dagegen entspannt. Die Übungen sehen oft unspektakulär aus, haben aber meist eine sofortige und nachhaltige Wirkung auf die Muskeln – vor allem auf die tiefe Bauch- und Rückenmuskulatur und den Beckenboden. Diese Muskeln stabilisieren die Wirbelsäule und richten sie auf – ein idealer Ausgleich zu den Fehlbelastungen des Alltags.

 

Pilates lindert chronischen Rückenschmerz 

 

Pilates kann Rückenbeschwerden und Bandscheibenvorfällen vorbeugen und in einigen Fällen auch therapieren. Zum Beispiel setzen Sportmediziner Pilates gezielt ein, um Erkrankte mit chronischen Rückenleiden in der Halswirbelsäule oder Lendenwirbelsäule zu behandeln. Auch viele Reha-Kliniken setzen bereits auf Pilates. Wichtig sind in jedem Fall gut ausgebildete Trainer und individuelle Beratung, damit die Übungen auch den gewünschten Effekt haben.

Eine Garantie, durch Pilatestraining keine Rückenbeschwerden zu bekommen, gibt es jedoch leider nicht. Dafür sind die Ursachen zu vielfältig, zum Beispiel viel Sitzen oder einseitige Belastungen. Doch dem Aspekt der schwachen Muskulatur wird auf jeden Fall vorgebeugt. 

 

Regelmäßiges Training ist das Geheimnis

 

Wer zwei Mal pro Woche eine Stunde Pilates macht, kann ganz gut seine chronische Kreuzschmerzen lindern. Allerdings nur, solange er auch tatsächlich trainiert. Leider gibt es für das Training der Tiefenmuskulatur kein Bonussystem. Es bringt daher nichts täglich 3 Stunden zu trainieren und dann monatelang nicht mehr. Doch auch wer nur einmal pro Woche die Gelegenheit hat, eine Pilateseinheit zu genießen, wird bereits profitieren.

 

 

Und Spaß macht es auch !